Die Schweiz und Europa in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Wie auch in anderen Staaten Europas kam es in der Schweiz zur Bildung extremer politischen Positionen. So entstand aus rechtsnationalen Kreisen der «Schweizerische Vaterländische Verband», welcher im Militärdepartement Unterstützung fand und stark antikommunistisch und misstrauisch gegenüber dem Ausland war. Allerdings distanzierte sich dieser Verband von faschistischen Bewegungen in Italien und Deutschland nur so weit, dass 1923 noch keine Notwendigkeit für das «faschistische Faustrecht» bestehe. Auf der anderen Seite des politischen Spektrums spaltete sich die Kommunistische Partei der Schweiz von der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz ab, konnte aber nur geringe Wähleranteile gewinnen.

Nach dem Zusammenbruch von Österreich-Ungarn versuchte das österreichische Vorarlberg sich abzuspalten und der Schweiz anzuschliessen. Die Schweiz reagierte darauf zurückhaltend, unteranderem weil man Angst hatte, dass die voralbergische Armut zu sehr zur Last fallen würde.

Ein weiteres Thema in der Schweizer Politik war das Frauenstimmrecht. 1918 reichten ein SP- und FDP-Nationalrat je eine Motion in den Nationalrat ein, um die Anliegen des 1908 gegründeten Schweizerischen Frauenstimmrechtsverein zu vertreten. Die Motionen wurden vom Nationalrat zu Postulaten abgeschwächt, welcher der Bundesrat nie bearbeitete. Das Frauenstimmrecht auf Bundesebene wurde erst 1971 als zweitletztes Land in Europa eingeführt. Einzig Liechtenstein führte es nach der Schweiz ein.

Die Weltwirtschaftskrise, welche 1929 begann, traf die Schweiz verspätet und abgeschwächt, weil die Binnenwirtschaft weiterhin gut funktionierte. Trotzdem stieg die Arbeitslosigkeit von 0.4 Prozent im Jahr 1929 auf den Höhepunkt von 4.8 Prozent im Jahr 1936 an. Eine Arbeitslosenversicherung war in vielen Kantonen nicht obligatorisch und oftmals auch nur schwach ausgestattet. Generell wirkten die staatlichen Hilfsmassnahmen schlecht oder allenfalls punktuell. Besonders stark betroffen waren der Tourismus und die Frauen.

Mit der zunehmend aggressiven deutschen Aussenpolitik näherten sich Sozialdemokraten und Bürgerliche in der Schweiz an. Dies führte zu einer Zuschüttung von politischen Gräben. Streiks nahmen ab und der Arbeitsfrieden wurde geschaffen. Eine weitere Reaktion auf das aggressive Deutschland war die Erhöhung des Budgets für das Militär. Politisch blieb der Bundesrat gegenüber Italien und Deutschland zurückhaltend, um die guten Handelsbeziehungen nicht zu schädigen.


[1] Geschichte fürs Gymnasium 1914 bis heute, Seiten 33-36

[2] Statistik Stadt Bern: Konsumenten Preise für einzelne Artikel des Landesindex seit 1914

[3] Geschichte fürs Gymnasium 1914 bis heute, Seiten 33-36

[4] Philipp Schmid: PowerPoint Russische Revolution und Stalinismus, Seiten 37, 48, 49, 59, 63

[5] Philipp Schmid: PowerPoint Russische Revolution und Stalinismus, Seiten 82, 94, 97, 104

[6] Geschichte fürs Gymnasium 1914 bis heute, Seiten 49-52

[7] Geschichte fürs Gymnasium 1914 bis heute, Seiten 144-150

[8] Walter Wolf: Historisches Lexikon der Schweiz; Frontenbewegung, Die Neue Rechte in der Nachkriegszeit

[9] Geschichte fürs Gymnasium 1914 bis heute, Seiten 144-150

[10] Walter Wolf: Historisches Lexikon der Schweiz; Frontenbewegung, Die Neue Rechte in der Nachkriegszeit

[11] Geschichte fürs Gymnasium 1914 bis heute, Seiten 144-150

[12] Marco Jorio: Historisches Lexikon der Schweiz; Geistige Landesverteidigung,

[13] Geschichte fürs Gymnasium 1914 bis heute, Seiten 144-150

[14] Marco Jorio: Historisches Lexikon der Schweiz; Geistige Landesverteidigung,

[15] Geschichte fürs Gymnasium 1914 bis heute, Seite 150

[16] EDA: Die Schweiz in der Zeit der Weltkriege (1914-1945), Seite 4

[17] Hans Senn: Historisches Lexikon der Schweiz; Zweiter Weltkrieg, 1. Militärische Lage

[18] Geschichte fürs Gymnasium 1914 bis heute, Seiten 208, 209

[19] Geschichte fürs Gymnasium 1914 bis heute, Seiten 210, 211

[20] Geschichte fürs Gymnasium 1914 bis heute, Seiten 211, 212

[21] Thomas Isler: NZZ; Das historische Bild: Anbauschlacht auf dem Sechseläutenplatz

[22] Geschichte fürs Gymnasium 1914 bis heute, Seite 212

[23] Geschichte fürs Gymnasium 1914 bis heute, Seiten 213, 214

[24] Geschichte fürs Gymnasium 1914 bis heute, Seiten 217-219

[25] Marc Tribelhorn: NZZ; Der Krieg ist aus – Wie die Schweiz 1945 in die Zukunft stolperte

[26] Geschichte fürs Gymnasium 1914 bis heute, Seiten 242, 243

[27] Geschichte fürs Gymnasium 1914 bis heute, Seiten 275, 276