Über diese Arbeit

Rahmen

Maturitätsarbeit 2025
Kantonsschule Stadelhofen, Zürich
Klasse 4dN

Betreuende Lehrperson: Philipp Schmid

Inhalt

In der vorliegenden Arbeit befasse ich mich mit Schriften aus dem Nachlass von Hans Graf (1887-1954). Hans Graf war in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts Pfarrer und Lehrer in Schiers im Kanton Graubünden, er war mein Urgrossvater väterlicherseits. Daher rührt auch meine Motivation für die Arbeit. Einerseits erlaubt sie mir einen Einblick in meine eigene Familienhistorie und lässt mich einige Anekdoten vom Esstisch bei meinen Grosseltern bessern verstehen. Andererseits kann ich mit dieser Arbeit eine umfangreiche Analyse von Primärquellen durchführen und diese historisch kontextualisieren. Im Vordergrund steht für mich dabei vor allem die Quellenanalyse unbekannter Schriften als methodischer Prozess und weniger das Thema der Theologie als solches, welches mir vor dieser Arbeit völlig fremd war.

Das Ziel meiner Arbeit ist, zu erforschen, welche Themen die Arbeit und das Denken eines Schweizer Pfarrers aus einem kleinen Dorf in der Nähe der österreichischen Grenze in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts prägten. Weiter verfolge ich das Ziel zu erklären inwiefern diese Themen mit den grossen gesellschaftlichen Veränderungen und Krisen der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts, insbesondere den beiden Weltkriegen, in Zusammenhang stehen. Zu diesen zwei Leitfragen stelle ich folgende These auf: Im Vordergrund der Schriften Hans Grafs stehen insbesondere die Eschatologie, die Figur des Antichristen und das ökumenische Denken, um so der allgemeinen turbulenten gesellschaftlichen Lage Rechnung zu tragen und diese kritisch zu beleuchten.

Methodisch basiert meine Arbeit auf einer detaillierten Quellenanalyse, nach dem Schema «Inhalt, historischer Kontext und Urteil», welches ich im Geschichtsunterricht bei Herrn Schmid kennenlernte.[1]

Diese Methode erlaubt es mir, die Schriften einzeln und in ihrem historischen Kontext zu betrachten und entsprechend den Leitfragen zu beurteilen. Nachdem ich die ausgewählten Texte einzeln analysiert und beurteilt hatte, fällte ich ein gesamtheitliches Urteil. Um den Rahmen der Arbeit nicht zu sprengen, traf ich zwei Einschränkungen: Einerseits gehe ich auf die theologischen Konzepte, wie zum Beispiel der Eschatologie, nur so weit ein, wie es das Verständnis erfordert. Erklärungen finden sich in den Fussnote oder gesammelt im Glossar unter Kapitel 7.1. Andererseits wählte ich aus der gesamten Quellensammlung, die schätzungsweise 500 Seiten umfasst, fünf Schriften aus, die zusammen 65 Seiten ergaben. Ausgewählt habe ich diese aufgrund einer ersten Lektüre während der Konzeptarbeit. In dieser Phase las ich alle acht maschinengeschriebenen Texte, welche 132 Seiten umfassten, und machte mir Notizen zu deren Inhalt und Bezüge auf die Gegenwart. Aus diesen acht Texten, wählte ich vier aus und ergänzte diese durch einen handgeschriebenen Text, der 31 Seiten umfasst. Von diesem Text analysierte ich jedoch nur die ersten zehn Seiten, weil ich nicht in der Lage war die Handschrift zu lesen, und diese deshalb transkribieren lassen musste. Sämtliche Quellen sind bis auf weiteres online auf www.flurin.jagraf.ch aufrufbar. In der vorliegenden Arbeit sind die Texte so geordnet, um ein möglichst gutes Verständnis zu ermöglichen.

Eigenständigkeitserklärung

Ich erkläre hiermit, dass:

  • Die vorliegende Arbeit von mir selbstständig und ohne andere als die angegebenen Quellen oder Hilfsmittel abgefasst wurde.
  • Die Ausweisung aller zitierter oder paraphrasierter Textstellen sowie in Anspruch genommene Hilfestellungen den Vorgaben der Wegleitung entspricht.
  • Textstellen ohne Quellenangaben von mir, Flurin Graf, stammen.
  • Die Arbeit auf Plagiate überprüft werden kann.

Das Lektorat übernahmen: Andrea Graf, Johannes Graf und Maurus Graf

Hirzel, 30.12.2024 – Flurin Graf


[1] Philipp Schmid: Dossier «Europa um 1500»