Hans Graf wurde am 20. November 1887 in Schwelbrunn im Kanton Appenzell Ausserrhoden in eine evangelische Pfarrersfamilie geboren. Seine Matura erlangte er an der Evangelischen Lehranstalt in Schiers. Anschliessend studierte er an den theologischen Fakultäten der Universitäten Basel und Tübingen. Nach dem Studium arbeitete er zunächst als Gemeindepfarrer im Kanton Aargau, ehe er im Oktober 1912 auf Bitte des Direktors Zimmerli an die Evangelische Lehranstalt nach Schiers zurückkehrte. Dort unterrichtete er bis zu seiner Pension im Jahr 1954 Hebräisch und Religion als Hauptfächer. In den Nebenfächern unterrichtete er Latein und Griechisch.[1] Für seinen Hebräischunterricht war Hans Graf über Schiers hinaus bekannt. Einigen Professoren zufolge seien Seine Schüler in dieser Sprache auffallend gut vorbereitet gewesen. Ansonsten drängte er sich nicht in die Öffentlichkeit.[2] D. Witzig, der Direktor der Lehranstalt im Jahr 1954, lobt Hans Graf in seinem Nachruf für seine Sprachbegabung, methodisches Geschick, Treue und Bescheidenheit.
Als Lehrer war er sehr beliebt, obwohl er darauf keinen grossen Wert legte. Er war ein überzeugter Vertreter der Humaniora. An der Schule lernte Hans Graf seine Frau Margarethe, die Tochter des Naturgeschichtslehrer Rudolf Schläpfer kennen. Zusammen hatten sie fünf Kinder; Walter, Wilfried, Rudolf, Hans und Gerhard. Während 16 Jahren leitete er gemeinsam mit Margarethe den Internatsbetrieb der Lehranstalt. Neben den Pflichten an der Lehranstalt predigte er während 25 Jahren alle zwei Wochen in der kleinen Bergkirche von Schuders und unterrichtete in den Wintermonaten zusätzlich die Konfirmanden. Des Weiteren engagierte er sich im Christlichen Verein junger Männer, der heutigen Cevi.

Mit zunehmendem Alter hatte Hans Graf immer wieder mit Schlaganfällen zu kämpfen.
Am 22. September 1954, kurz nach seiner Pensionierung, starb Hans Graf an einem Schlaganfall.
[1] Unbekannt: «Pfarrer Hans Graf †», Nachruf in Zeitung, Quelle unbekannt
[2] D. Witzig: «Pfarrer Hans Graf †», Nachruf in Zeitung, Quelle unbekannt