Schlusswort

Hans Graf befasste sich in den untersuchten Schriften, welche allesamt an ein Fachpublikum, also andere Theologen und Pfarrer, gerichtet waren, intensiv mit der Eschatologie, der Figur des Antichristen und der Säkularisierung. Diese Themen reflektierte er oft in Verbindung zu zeitgenössischen, weltlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen und Herausforderungen. So übte er im Zuge seiner Ausführungen über den Antichristen scharfe Kritik am Nationalsozialismus, dem Bolschewismus und am Islam. Der Islam sei historisch die erste antichristliche Macht gewesen. Besonders negativ am Nationalsozialismus und am Bolschewismus beurteilte er den Personenkult, welcher einer Vergötterung von Menschen nahe kam. Ausserdem zählten in diesen Beispielen die christliche Nächstenliebe zu wenig. Hans Graf beliess es in vielen Fällen, besonders bei Themen, die die Säkularisierung betrafen, nicht bei Kritik, sondern forderte konkrete Massnahmen und Veränderungen, um diese aus seiner Sicht negativen Entwicklungen zu stoppen und Herausforderungen zu bewältigen. So rief er seine Zuhörerschaft dazu auf die Eschatologie vermehrt zu behandeln, um sie nicht den Sekten zu überlassen, welche grossen Zulauf genossen. Er rief ebenfalls dazu auf, sich das Weltgeschehen von der Bibel erklären zu lassen. Seine Aussagen fundierte er in fast allen Fällen mit einer Analyse von Darstellungen und Ausschnitten aus der Bibel. Auf diese Weise schuf er einen Kontext für seine Aussagen. Hans Graf verwendete weitere weltliche Themen oft als Beispiele, um eine Kritik oder Forderung zu illustrieren. Ökumenische Gedanken sind in den ausgewählten Texten nicht vorhanden. Dieser Teil der These liess sich nicht verifizieren. Da in der Arbeit, wie angesprochen, nur ein Ausschnitt der Quellensammlung analysiert wurden, ist es nicht auszuschliessen, dass Hans Graf dennoch ein ökumenisches Denken pflegte. Der Teil der These, dass die Figur des Antichristen und die Eschatologie im Vordergrund und in Zusammenhang zu gesellschaftlichen Veränderungen und zeitgenössischen Herausforderungen stehen würden, lässt sich bestätigen.